Freitag der 13. ist ein Unglückstag, Außerirdische leben mitten unter uns und im Fußball gibt’s kein Doping. Drei Beispiele für bekannte Mythen, von denen jeder weiß, dass sie nicht stimmen, die aber nicht aus der Welt zu schaffen sind. Das Internet und digitale Kommunikation helfen solchen sagenhaften Geschichten beim Überleben – und manchmal auch bei deren Geburt. So schaffen derzeit Medien den neuen Mythos von den „Müllbergen“, verursacht angeblich durch die Verpackungen, die beim Online-Shopping anfallen. Doch im Zeitalter von Fake News lassen sich viele Menschen nicht mehr so leicht an der Nase herumführen. Immer mehr fragen kritisch: Wo finde ich eigentlich diese „Müllberge“?

In der medialen Berichterstattung hat das Wort Hochkonjunktur, ebenso wie andere bedrohliche Neuschöpfungen, die mit Verpackungen zu tun haben. Glaubt man der veröffentlichten Meinung, ertrinkt Deutschland in einer „Verpackungsflut“, die ihre Ursache im „Verpackungswahn“ hat. So funktioniert virale Verbreitung, die eine sachliche Diskussion erschwert. Wer den Begriff „Müllberg“ bei Google eingibt, erhält über 300.000 Treffer. Wer aber den echten sucht, wird weder auf Landkarten noch beim Wandern fündig – denn Müllberge gibt es in Deutschland nicht.

Schon gar keine aus gebrauchten Versandverpackungen von Amazon, Zalando und Co. Die sind nämlich fast immer aus Wellpappe und damit per se umweltverträglich: aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, biologisch abbaubar und vollständig recycelbar. Als 2005 die Hausmüll-Deponien in Deutschland abgeschafft wurden, war das Recycling von Wellpappe schon längst weiter. Gebrauchte Transport- und Versandverpackungen werden seit Jahrzehnten über den Altpapierkreislauf gesammelt und recycelt. Sie sind der wichtigste Rohstoff für die Papierherstellung und daher wertvoll. Kein Müll. Kein Berg. Nur Recycling.

 

Bildnachweis: Fotolia