Wellpappe unterm Messer

Wellpappe unterm Messer

Was andere ins Altpapier werfen, wird bei Björn von Schlippe seziert. Der Hamburger Künstler hat mit Skalpell und Wellpappe eine eigenständige Kunstform geschaffen: den Kartonismus.

Wellpappe ist extrem vielseitig, leicht zu beschaffen und lässt sich gut verarbeiten – kein Wunder, dass sie für viele Kreative ein Lieblingsmaterial ist. Von Schlippe schätzt besonders die Freiheit, die ihm das Material bietet, eine räumliche Begrenzung wie etwa bei einer Leinwand gibt es schließlich nicht. Stattdessen können die Werke ins Dreidimensionale „wachsen“, ein Effekt, der sich noch verstärken lässt, wenn von Schlippe das Skalpell ansetzt, um die Struktur der Wellpappe freizulegen. Die bearbeiteten Karton- und Pappreste fügt von Schlippe zu neuen Collagen und Objekten zusammen, die er anschließend bemalt.

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Dreidimensionale Effekte lassen sich mit Wellpappe hervorragend erzielen

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Die Struktur der Wellpappe nutzt von Schlippe für Licht- und Schatteneffekte ….

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… und setzt seine Werke anschließend farbig in Szene

Inspiration findet von Schlippe zum Beispiel in seiner Heimatstadt Hamburg, der er in einer eigenen Kartonismus-Serie ein Denkmal gesetzt hat.

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Szenen aus Hamburg: Natürlich aus dem Hafen …

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… und mit Anklängen an den Kiez

Einen Einblick in seine Arbeit gibt es in diesem Bericht:

Die vielen Arbeitsschritte, die nötig sind, um zum Beispiel ganze Traumwelten aus Wellpappe zu kreieren, zeigt dieses Video der Entstehung von „Houses in the Night“:

 

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„Houses in the Night“, fertig zusammengesetzt und bemalt

Wellpappe ist ein Kreislaufmaterial, das immer wieder recycelt werden kann. Zu Kunstwerken verarbeitet und entsprechend versiegelt, kann sie allerdings Generationen überdauern. Auf die Haltbarkeit seiner Werke gibt von Schlippe jedenfalls eine lebenslange Garantie.

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Wer sein Konterfei von Björn von Schlippe in Wellpappe verewigen lässt, hat sein Leben lang etwas davon

Die ersten Kartoncollagen bastelte von Schlippe übrigens in den 1990ern als Spielfiguren für seine Tochter. Das Zeug zum Klassiker hat der Kartonismus also schon einmal – Pippi Langstrumpf und Harry Potter haben schließlich ganz ähnliche Entstehungsgeschichten. In Buchform gibt es den Kartonismus jedenfalls auch schon, darin blättern kann man hier und  zu bestellen ist „Kartonismus“ hier.

Bilder: Björn von Schlippe / Kartonismus

By | 2017-05-19T17:29:49+00:00 31.01.2016|Kunst und Design|1 Kommentar

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Wellenreiter
Der Wellenreiter surft auf aktuellen Trends aus den Bereichen Kunst, Design oder Technik. Alles was er dazu braucht, sind sein Board und Geschichten von Menschen, die Ideen Wirklichkeit werden lassen – und seien sie noch so verrückt. Dass die kühnen Designentwürfe, atemberaubenden Events oder kreativen Höhenflüge alle etwas mit Wellpappe zu tun haben, versteht sich von selbst. Schließlich vertraut der Wellenreiter dem natürlichen und vielseitigen Material. Vielleicht hast Du ja auch eine Story, die der Wellenreiter erzählen sollte. Dann schick sie ihm einfach, er freut sich drauf!

Ein Kommentar

  1. Gito 4. Februar 2016 um 13:35 Uhr- Antworten

    bin begeistert

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