In Zeiten von Corona ist alles etwas anders. So auch am Narita Airport in Tokio. Im Ankunftsbereich des internationalen Flughafens nehmen normalerweise Reisende aus aller Welt ihre ersten Schritte im Land der aufgehenden Sonne. Nun stehen dort reihenweise Notunterkünfte. Ihre Besonderheit: Sie sind alle aus Wellpappe. Der rasante Anstieg der Covid-19 Fälle hatte den Aufbau des „Cardboard Village“ notwendig gemacht.

Nachdem die Fallzahlen des Coronavirus in Japan Ende März schlagartig anstiegen, traf die Regierung Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsrisikos. Dazu gehörte auch ein Test auf das Coronavirus bei jedem international Reisenden direkt nach der Ankunft. Bis das Ergebnis vorliegt, sollten die Getesteten ursprünglich in einem nahegelegenen Hotel unterkommen. Doch schneller als vermutet war der letzte Platz in den Flughafenhotels besetzt. Die Regierung stand nun vor der Frage: Wohin mit den getesteten Personen?

Ihre Antwort war so simpel wie genial: Sie richtete Notunterkünfte mit Betten aus Wellpappe im Bereich der Gepäckrückgabe des Flughafens ein. Diese Betten sind bei Bedarf schnell produziert, leicht zu transportieren, einfach aufzubauen und nach Gebrauch schnell und unkompliziert zu recyceln. Seit letztem Jahr gehören 1.000 davon für Notfälle wie Naturkatastrophen zum Maßnahmenpaket der Regierung.

Neben dem Passagier findet auch das Gepäck in der Notunterkunft Platz.

Auf der Wellpappenkonstruktion im Narita Airport sorgen eine Steppdecke, Kissen und ein Futon für ein klein wenig Komfort. Auch der Gepäckwagen findet in einer separat am Fußende des Bettes angebauten „Garage“ einen Abstellplatz. Offenbar geht das Konzept auf: Ein Passagier aus Vietnam attestierte dem Futon jedenfalls, er sei „ziemlich gut“.

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