Was kommt einem sofort in den Sinn, wenn man an die Niederlande denkt? Richtig, die Grachten. Zwar gehören Holzschuhe, Fahrräder und Coffeeshops ebenso zum Kulturgut unserer Nachbarn; aber Wasserwege dienen seit dem 17. Jahrhundert als Hauptverkehrsstraßen und kommen vor allem in Hafenstädten wie Amsterdam schon mal auf bis zu 80 km Gesamtlänge. Auch heute noch sind sie eine interessante Alternative zur überfüllten Straße – zum Beispiel mit einem Boot aus Wellpappe.

Bei dem Stichwort Boot denkt man wohl nicht zuerst an Materialien wie Papier und Pappe, aber Wellpappe ist robust und stabil und kann mit der entsprechenden Beschichtung auch ausreichend wasserabweisend für den Einsatz im nassen Element sein. Besonders toll daran ist auch, dass es aus einem umweltverträglichen Material besteht, leicht zusammenfaltbar und gut zu transportieren ist. Das hat sich auch das niederländische Team eines Wellpappenherstellers gedacht und einen Prototyp entwickelt, der zeigt, was das Material auch im Nassen alles aushält:

Ziemlich praktisch so ein zusammenfaltbares Motorboot, denn auch um den Anlegeplatz braucht man sich nicht mehr zu kümmern – man kann es einfach zusammen mit dem Fahrrad in die Garage stellen. Wenn es dann doch einmal ausgedient haben sollte, ist es auch ganz einfach zu entsorgen: Einfach ab damit ins Altpapier zum Recycling.

Womöglich setzt sich die clevere Idee ja durch und findet Nachahmer. Dann sieht man vielleicht schon bald nicht mehr nur in den Grachten von Amsterdam, sondern auch in den Fleeten von Hamburg oder sogar in den Kanälen von Venedig Faltboote aus Wellpappe.