Kinder brauchen meistens nicht viel, um sich ihr eigenes Königreich zu erschaffen: ein ausgedienter Morgenrock als königliches Gewand, vielleicht ein Stock als Zepter und ein bisschen Wellpappe für die restlichen Requisiten. Unbedingt dazu gehört natürlich eine Krone, die sich mit ausreichend Phantasie wie aus purem Gold anfühlt. David Bielander dreht mit seiner Kunst den Spieß um – und präsentiert Schmuckstücke aus Gold und Silber, die aussehen, als wären sie von Kinderhand aus Wellpappe gemacht.

Der in Basel geborene Künstler ist gelernter Goldschmied, hat an der berühmten Akademie der Bildenden Künste in München studiert und ist mittlerweile unter anderem Berater der Kunsthochschule Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam. Seine Schmuckstücke und Kunstwerke sind immer außergewöhnlich (Schweine aus Perlen, Nacktschnecken aus Silber …) und vom Metropolitan Museum in New York bis zur Pinakothek der Moderne in München in bedeutenden Ausstellungen zu bewundern. Viele seiner Werke wurden ausgezeichnet und auch die Serie „Cardboard“ („Wellpappe“) ist preisgekrönt und wurde mit dem Bayerischen Staatspreis bedacht.

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Ausgezeichnete Idee: Schmuck im Wellpappen-Look

Auf den ersten Blick sehen die Stücke der „Cardboard“-Serie aus wie liebevolle Bastelversuche eines Kindes mit Wellpappe und einem Tacker – erst bei genauerem Hinsehen und spätestens wenn man die Armbänder berührt, offenbart sich das wahre Material: reines Gold mit brauner Patina, verziert mit „Tackernadeln“ aus Weißgold. Präsentiert hat Bielander die Prototypen seiner „Cardboard“-Armbänder das erste Mal zusammen mit der Galerie Ornamentum auf der renommierten Kunstmesse Design Miami/Basel.

Inzwischen hat Bielander die Serie noch um einige königliche Stücke erweitert und auch davon wieder ein paar in Miami präsentiert.

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Ein Vorschulkind-Ring? Nein, ein wertvolles Schmuckstück aus 18-karätigem Gold

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Vermeintliche Wellpappen-Tiara aus patiniertem Silber und „Tackernadeln“ aus Weißgold

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Armband „Crown“ aus Silber und Weißgold

Wer einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie tragbar die Stücke sind, kann hier, hier oder hier ein paar Selfies von Freunden des Künstlers mit den „Cardboard“-Kronen entdecken.

Bilder: Dirk Eisel / Ornamentum