Project Cardboard

Project Cardboard

Da bezahlt Facebook Milliarden, um sich Oculuc VR, einen Hersteller für Virtual-Reality-Brillen, einzuverleiben, Sony investiert viel in die Entwicklung eines eigenen Modells und was macht Google? Die bauen einfach eine aus Wellpappe.

Bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz hatte Google zum Schluss noch eine kleine Überraschung für die Besucher parat: ein Päckchen, aus dem sich mit wenigen Handgriffen eine Virtual-Reality-Brille basteln lässt.

 

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Alles was man für Googles Virtual-Reality-Brillen zum Selberbauen braucht

Wellpappe, zwei Linsen, ein Magnet, Klettband und einen Gummiring – mehr braucht es nicht, um mit dem Bausatz von Google und einem Android-Smartphone in virtuelle Welten abzutauchen. Google hat dem High-Tech-Gadget aus einfachen Mitteln und der zugehörigen App passenderweise den Namen Cardboard verliehen.

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Smartphone einlegen und los geht‘s

Momentan gibt es schon eine Demo-App, die zeigt, welche Spielereien mit Cardboard denkbar sind – zum Beispiel einen Spaziergang mit Street-View durch Paris, ein Besuch in Versailles, kleine Spielaminationen und alles in 3-D. Der räumliche Effekt entsteht durch den gesplitteten Bildschirm des Smartphones, der zwei leicht zueinander verschobene Blickwinkel abbildet. Die Linsen in der Wellpappenbrille tun ein Übriges, um dem Gehirn ein dreidimensionales Bild vorzugaukeln.

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Panoramablick mit Google Earth, betrachtet durch die Cardboard-Brille wird’s 3-D

Da das Smartphone ja im Wellpappen-Zubehör steckt und nicht per Touchscreen bedient werden kann, muss eine andere Steuerung her. Dazu dient der Magnet, der am Wellpappen-Brillengestell befestigt wird. Die Bewegungssensoren im Smartphone machen die Bedienung zusätzlich intuitiv: Neigt oder dreht man den Kopf, werden die Bilder auf dem Display entsprechend verändert, so dass der Eindruck entsteht, man bewege sich im Raum.

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Frisch aus dem Paket gepellt: Der Bausatz, den Google auf seiner Entwicklerkonferenz verteilte

Cardboard ist von Experimentierfreude und Erfindergeist geprägt. Entstanden ist es als 20-Prozent-Projekt zweier Entwickler. Google stellt seinen Ingenieuren 20-Prozent ihrer Arbeitszeit zur Verfügung, um eigene Einfälle für das Unternehmen auszutüfteln. Bei den Kollegen stieß das Projekt auf so viel Begeisterung, dass es für die Konferenz umgesetzt wurde. Google will nicht selbst in die Massenfertigung der Virtual-Reality-Brillen gehen, sondern bietet den Bauplan als freien Download im Internet an. Für alle, die sich die Einzelteile nicht selbst zusammen suchen möchten, gibt es mittlerweile sogar Komplett-Sets nach Googles Bauplan zu bestellen. Ob Do-It-Yourself-Methode oder fertiger Bausatz: Eine tolle Idee, die Virtual-Reality-Technik für jedermann kostengünstig zugänglich macht und zeigt, wie viel High-Tech in Wellpappe steckt.

Bildnachweis: Google Inc.

By | 2017-05-19T17:29:53+00:00 24.07.2014|Action und Lifestyle, Technik und Entwicklung|1 Kommentar

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Wellenreiter
Der Wellenreiter surft auf aktuellen Trends aus den Bereichen Kunst, Design oder Technik. Alles was er dazu braucht, sind sein Board und Geschichten von Menschen, die Ideen Wirklichkeit werden lassen – und seien sie noch so verrückt. Dass die kühnen Designentwürfe, atemberaubenden Events oder kreativen Höhenflüge alle etwas mit Wellpappe zu tun haben, versteht sich von selbst. Schließlich vertraut der Wellenreiter dem natürlichen und vielseitigen Material. Vielleicht hast Du ja auch eine Story, die der Wellenreiter erzählen sollte. Dann schick sie ihm einfach, er freut sich drauf!

Ein Kommentar

  1. Martin 4. September 2014 um 0:23 Uhr- Antworten

    Super Bericht über CardBoard. Schade, dass Apple da noch etwas hinten liegt.
    Danke
    Martin Jacobs

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