In Dubai werden im Sommer Temperaturen von bis zu 50 Grad erreicht, selbst im November liegt die Durchschnittstemperatur bei für uns hochsommerlichen 31 Grad. Um den Besuchern der letztjährigen Dubai Design Week eine kühle Brise zu verschaffen, hatte ein türkisches Architekturstudio ein altes Prinzip aus dem persischen Raum neu erdacht: den Windturm, „Badgir“ („Windfänger“) genannt. Sein Vorteil: Da der Badgir sein Inneres mithilfe des Kamineffekts kühlt, benötigt der Turm keinen Strom und ist damit eine wirtschaftlichere sowie nachhaltigere Alternative zu modernen Klimaanlagen. Eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion spielt Wellpappe.

Altes Prinzip, modernes Aussehen: der Badgir in Dubais Design District.

Im Turm bewirkt der Kamineffekt, dass die warme Luft im Inneren nach oben steigt, während gleichzeitig frische Luft von außen durch die Öffnung an der Turmspitze nach unten geleitet wird. So erzeugt der Windturm eine kühle Brise. Mit dieser auf Luftaustausch basierten Kühltechnik arbeitet auch die moderne Version des Badgir. Wer eine kleine Auszeit von der prallen Sonne sucht, kann sich einfach auf der Sitzbank im Innenbereich des Turms niederlassen.

Im Innern des Turms herrschen dank des Kamineffekts kühlere Temperaturen als im Freien.

Die Konstruktion besteht aus insgesamt 480 übereinander gestapelten Schichten recycelter Wellpappe. Ein großer Vorteil für die Umwelt, denn ähnlich wie bei den aus Lehmziegeln gebauten Vorbildern, ist das eingesetzte Material komplett wiederverwertbar. Auch beim Design kann das nachhaltige Baumaterial punkten, wie der Architekt zu berichten weiß: „Wir lieben es, wie die Menschen mit dem Turm wegen der Beschaffenheit der Pappwände interagieren.“

Vielschichtiges Bauwerk: 480 Lagen Wellpappe wurden für den Badgir verwendet.

 

Fotos: Dezeen