Männerdutt, Elektroscooter, gendergerecht: Wörter, die vor kurzem eine steile Karriere gemacht und damit Eingang in die aktuelle 28. Auflage des Duden gefunden haben. Dazu gehören auch Covid-19, Lockdown und Herdenimmunität. Das Wörterbuch spiegelt den aktuellen Sprachgebrauch der Deutschen und zeigt damit, was Menschen bewegt, worüber sie sprechen, was sie hypen (auch neu drin). Die gute Nachricht: Es dreht sich nicht alles um Corona, viele Öko-Begriffe fanden Berücksichtigung – zum Beispiel Flugscham, Fridays for Future, Mikroplastik und plastikfrei.

Zweimal Plastik unter den 3.000 neu aufgenommenen Wörtern – offenbar haben die Menschen immer stärkere Vorbehalte gegenüber Kunststoff. Dass dies besonders in Bezug auf Verpackungen gilt, zeigt die Aufnahme des Unverpacktladens in die Neuausgabe. Dabei ist klar, dass nicht die tatsächliche Bedeutung dieses Einzelhandelskonzepts zur Berücksichtigung durch die Dudenredaktion geführt hat, denn unter den etwa 35.000 deutschen Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften und -filialen sind nur etwa 200 Unverpacktläden. Vielmehr ist es die breite öffentliche Debatte um Plastikvermeidung und ökologisches Verpacken, die das Konzept und den Begriff so bekannt gemacht haben.

Apropos ökologisch verpacken: Wellpappe steht längst drin, recyclingfähig auch. Seit diesem Jahr finden sich auch die Adjektive ressourceneffizient und systemrelevant im Duden – Wörter, bei denen die Redaktion getrost Querverweise zu Wellpappe ergänzen könnte. Überhaupt fehlen noch einige Wortverbindungen, die in die Debatte um Verpackungen wichtige Aspekte einbringen können: Produktschutz beispielsweise, oder Transportsicherheit. Und wenn wir schon bei guten Ratschlägen sind: Warum nicht neben gut gelaunt und gut sitzend auch gut verpackt aufnehmen, oder zu Ökoarchitektur und Ökostrom noch Ökoverpackung ergänzen – jeweils mit dem Hinweis „vgl. auch Wellpappe“? Zwinkersmiley (ebenfalls neu im Duden).

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