Weihnachten ist die Zeit der Besinnung. Theoretisch. Denn für die meisten wird es kurz vor Heiligabend dann doch noch einmal stressig, wenn – trotz aller guten Vorsätze – am Ende wieder das ein oder andere Geschenk fehlt. Für jeden etwas Passendes zu finden, ist aber auch schwierig. Wer weiß schon so genau, was andere gerne hätten? Na, zum Beispiel Amazon.

Wir kennen es alle: Keine Suche bei Amazon, die sich nicht schon bald in Form von Empfehlungen wieder auf dem Bildschirm zeigt. Wenn es nach dem findigen Versandhandelsriesen geht, liefert unsere Klick- und Bestellhistorie jedoch bald schon nicht mehr nur Empfehlungen, sondern entlastet uns komplett. Mit dem sogenannten Anticipatory Shipping („Vorausschauender Versand“) sollen Waren nämlich künftig schon ohne konkrete Bestellung – vorausschauend eben – auf den Weg zum Kunden gebracht werden, bevor der sie überhaupt bestellt hat. Das Patent ist schon einmal erteilt, und wenn Amazon das Geschäftsmodell ein wenig weiterentwickelt, wäre damit auch unser Geschenkeproblem gelöst.

Statt den Account der Liebsten hacken zu müssen, um herauszufinden, was sie wirklich wollen, könnte es dann tatsächlich ausreichen, Amazon nur noch mit der entsprechenden Adresse zu versorgen und den Algorithmus entscheiden zu lassen, was dieses Jahr in den Weihnachtspaketen landen soll. Wenn man den Tipp dann auch noch an die Großtante weitergibt, käme man fortan vielleicht sogar selbst um die moosgrünen Polyester-Socken und zweifelhaften Pulli-Designs herum. Einzig das eigene Klickverhalten sollte man gegebenenfalls noch anpassen, wenn man nicht plötzlich Fachliteratur und Elektro-Ersatzteile geschenkt bekommen möchte. Andererseits sind wir im verlegenen „Danke, Tante“-Murmeln ja geübt …

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