Unser Leben in der Coronakrise: Wir vermeiden den direkten Kontakt, waschen uns ständig die Hände und desinfizieren, was wir anfassen. Zum Einkaufen legen wir einen Mundschutz an und ziehen uns Gummihandschuhe über – wir packen uns ein. Weil Verpackung schützt, weil es hygienischer und gesünder ist. Weil Verpackung Sicherheit schafft, na klar. Wirklich klar?

Es ist noch gar nicht lange her, da war Verpackung pfui. Kein Abend im TV ohne kritische Verbrauchersendungen, in denen beispielsweise eine besorgte Familie den Berg Verpackungen beklagt, den ihr „die Industrie“ beim Kauf ihrer Lebensmittel aufgezwungen hat. Unverpackt war chic. In vielen Medien wurde „Verpackung“ zum Synonym für „Müll“, unabhängig von Material und Funktion. Alles überflüssig, schädlich oder sogar bedrohlich.

In der Krise zeigt sich nun in aller Deutlichkeit: Ohne Verpackung geht es nicht. Nicht nur in Krankenhäusern sind die Mitarbeiter auf hygienische Plastikverpackungen angewiesen, auch im Einzelhandel erlebt die Verpackung ein Comeback. Kunststoff beispielsweise steht wegen seiner Umweltauswirkungen zwar in der Kritik, sein Einsatz für Verpackungszwecke ist aber in vielen Fällen sinnvoll. Und Wellpappe hat im Rahmen der Versorgungsicherung der Bevölkerung gezeigt, dass sie für die Lieferkette des Einzelhandels unverzichtbar ist. Schließlich sind aus guten Gründen zwei Drittel aller transportierten Waren in Wellpappe verpackt: Sie bündelt, schützt und erleichtert die Handhabung.

Einpacken ist also wieder angesagt. Denn Sicherheit und Schutz sind immer gut, nicht nur in der Krise. Offenbar erkennen Verbraucher inzwischen den Wert der Verpackung wieder stärker an: Laut einer Studie der Boston Consulting Group wollen die Menschen künftig mehr Geld für verpackte Waren ausgeben.