Auf Recycling programmiert

Auf Recycling programmiert

Wer kann schon in die Zukunft sehen? Während Wissenschaft und Ölindustrie noch darüber diskutieren, wann genau der Welt das Erdöl ausgeht, rüsten sich andere bereits für einen Alltag mit weniger Plastik. So könnte sich auch das Bild auf unseren Schreibtischen schon bald wandeln, denn cooles Design braucht weder Apfel-Logo noch Plastikverkleidung: Ein ökologisch vorteilhaftes Produkt wie Wellpappe kann Computer und Co. im Büro oder zuhause in echte Hingucker verwandeln.

Unternehmen engagieren sich schon länger für „Green IT“. Auch im Privathaushalt gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf nachhaltig verpackte Technik umzusteigen. Als Starter-Kit gibt es zum Beispiel eine externe Festplatte im Wellpappengehäuse. Und was im Kleinen funktioniert, ist auch auf ganze Computer anwendbar: Der Amerikaner Brenden Macaluso war der Meinung, es brauche neben den technischen Komponenten nichts weiter als ein gutes Gehäuse, um einen Computer zu bauen. Dieser entstand im Rahmen seines Abschluss-Design-Projekts an der Universität Houston zur Fragestellung, wie sich Design und Nachhaltigkeit verbinden lassen, um ein gutes Produkt herzustellen. Wie der Amerikaner hier erklärt, überzeugte ihn die Wellpappe als Material für ein Computergehäuse einerseits aufgrund ihrer guten Recyclingeigenschaften. Vor allem aber war sie für ihn ein „Extrembeispiel“ dafür, wie Technik und Simplizität zusammen finden können.

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Der Recompute ist mit seinem Gehäuse aus Wellpappe ein echter Hingucker

Dank der konstruktiven Vielseitigkeit der Wellpappe ist das Gehäuse im Innern so gestaltet, dass die einzelnen Bauteile wie Motherboard, Festplatte oder Netzteil nur noch in die dafür vorgesehenen Bereiche eingesteckt werden müssen. Auch die naturgegebenen Belüftungseigenschaften von Wellpappe wirken sich positiv aus: Die Kanäle zwischen den Wellen lassen die Luft zirkulieren und vermeiden so einen Hitzestau im Gehäuse. Das spart einerseits Energie, da der Ventilator weniger zu tun hat, und reduziert andererseits die Geräuschkulisse.

Wellpappe hält und hält und hält… Sollte die Technik jedoch irgendwann nicht mehr den Anforderungen entsprechen, lässt sich der Recompute einfach auseinanderbauen. Die Seitenwand aufklappen, die Bauteile herausnehmen und fachgerecht entsorgen. Das Wellpappengehäuse landet als Altpapier wieder im Stoffkreislauf. Plastikmüll? Fehlanzeige!

Sollte der Speicherplatz auf der Festplatte des Recompute nicht ausreichen oder größere Datenmengen transportiert werden müssen, lassen sich diese auf einer externen Festplatte speichern. Mit den BytePac-Festplattengehäusen aus Wellpappe ist es möglich, auch hier auf Plastik und Schrauben zu verzichten. Eine flexible Pappwand sorgt dafür, dass eine 2,5“- oder 3,5“-Festplatte im BytePac passgenau fixiert werden kann. Bei Bedarf wird die schicke Box dann an den Computer angeschlossen. Um Festplatten und Computer jeder Technikgeneration miteinander verbinden zu können, wird ein Anschlusskit mitgeliefert, dessen Module sich je nach Anschlusstyp – USB, SATA oder auch Thunderbolt – austauschen lassen.

BytePAC - die erste externe …ko-Festplatte, bietet Zukunftssicherheit, škologisch nachhaltige Verpackung und Sparpotenziale
Wellpappe als ideale Verkleidung für alte und neue Festplatten. Belüftungslöcher sorgen dabei für die nötige Coolness

Wer Alternativen zum typischen Karton-Braun der Festplattengehäuse sucht, kann unter verschiedenen bunten Designs im Internet wählen. Um sich sein BytePac nach eigenen Vorstellungen zu schaffen, kann man sich alternativ eine Vorlage herunterladen. Oder man greift zum Verzieren einfach selbst zum Stift – Wellpappe bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
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Im farbigen Schuber lassen sich die BytePacs attraktiv und umweltschonend verstauen

Beim Versand werden Anschlusskit und eventuell mitbestellte Festplatten im BytePac-Gehäuse transportiert. Die Umverpackung kann als Schuber verwendet werden, es fällt kein Verpackungsmüll an.

Plastikbestandteile eines elektronischen Produkts durch Wellpappe zu ersetzen, ist auch ein Ansatz von Samsung. Der Industrial Designers Society of America gefiel der Prototyp des Wellpappen-Druckers Origami so gut, dass sie ihn 2013 mit dem International Design Excellence Award auszeichnete.

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Büroausstattung der Zukunft: Druckertechnik in Wellpappe

Origami? Das ist doch… genau, die japanische Kunst des Papierfaltens. Das Drucker-Gehäuse aus Wellpappe lässt sich fix zusammenbauen:

Kein Kleber, keine Schrauben, ausschließlich die ausgetüftelte Falttechnik sorgt hier für Stabilität. Das funktioniert mit keinem anderen Material so gut wie mit Wellpappe!

Besonders überzeugend ist der Nachhaltigkeitsgedanke umgesetzt: Nachdem der Origami-Printer jahrelang Papier bedruckt hat, kann er irgendwann selbst recycelt und als Papier vom nächsten Drucker bedruckt werden – Stoffkreislauf par excellence.

 

Bilder von Recompute, obs/Convar Systeme Deutschland und Samsung Electronics GmbH

By | 2017-05-19T17:29:53+00:00 25.03.2014|Technik und Entwicklung|0 Kommentare

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Wellenreiter
Der Wellenreiter surft auf aktuellen Trends aus den Bereichen Kunst, Design oder Technik. Alles was er dazu braucht, sind sein Board und Geschichten von Menschen, die Ideen Wirklichkeit werden lassen – und seien sie noch so verrückt. Dass die kühnen Designentwürfe, atemberaubenden Events oder kreativen Höhenflüge alle etwas mit Wellpappe zu tun haben, versteht sich von selbst. Schließlich vertraut der Wellenreiter dem natürlichen und vielseitigen Material. Vielleicht hast Du ja auch eine Story, die der Wellenreiter erzählen sollte. Dann schick sie ihm einfach, er freut sich drauf!

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